Wettstrategien

Wie der Rückschaufehler uns manipuliert

Wie der Rückschaufehler uns manipuliert
Emotionen beeinflussen unser Wettverhalten
Wetten ist toll - wenn man gewinnt. Neurologische Untersuchungen zeigten, dass Momente, in denen man viel Geld verdient oder gewinnt, vom Gehirn wie ein drogeninduziertes Highsein behandelt werden. Der Verlust von Geld spricht hingegen die gleichen Zentren an, wie akute Lebensgefahr.

Pendeln zwischen high sein und Lebensgefahr erklären die emotionale Achterbahnfahrt, die das Wetten so spektakulär machen. Dieses hin- und her der Gefühle wirkt sich vor allem aber auch auf unseren Entscheidungsprozess zukünftiger Wetten aus.

Erfolgreiches Wetten besteht eigentlich aus zwei Faktoren: eine vernünftige Strategie und konsistentes Moneymanagement. Das klingt nüchtern und einfach, doch oft bringt uns dabei unser Kopf in Bedrängnis.

Kognitiver Bias

Die Forscher Trevy und Kahnemann machten 1972 eine Entdeckung, die später mit dem Nobelpreis honoriert wurde. Sie untersuchten sogenannte kognitive Verzerrungen, also das systematische falsche Einschätzungen oder Neigungen beim treffen von Entscheidungen (und jede Wette ist ja eine Entscheidung). Es gibt viele angeborene Fehleinschätzungen bei Menschen. Blicken wir zum Beispiel von oben nach unten, schätzen wir die Distanz immer zu groß ein. In diesem Fall hilft uns diese Fehleinschätzung, denn die gesteigerte Angst vor einem fatalen Fall lässt uns vorsichtiger agieren. Doch in anderen Situationen, gerade beim Wetten, sind kognitive Verzerrungen ein Klotz am Bein. Neben persönlichem und emotionalem Bezug (z.B. Lieblingsverein) oder unbewusstem Wunschdenken (z.b. lieber viele Tore beim CL-Spiel vor dem Fernseher) gibt es Unmengen an kognitiven Verzerrungen beim Wetten. Eine der „beliebtesten“ ist dabei der Rückschaufehler. Wie oft haben Sie nach einer Wette gedacht: „hab ich‘s doch gewusst“? Psychologieprofessor Thomas Gilovich untersuchte, wieso amerikanische Sportwetter ihren Wettstrategien treu blieben und wie Erfolge und Fehlschläge ihr Wettverhalten veränderten. Er stellte fest, dass nach zufällig entschiedenen Partien (z.B. Fehlentscheidung des Schiedsrichters) weder Gewinner noch Verlierer ihre Wetten ändern wollten. Die Verlierer schoben die Niederlage auf den Zufall, die Gewinner taten den Faktor Zufall ab. Gewinner akzeptieren Erfolge, Verlierer hinterfragen die Niederlage. Interessanterweise bestärkte die Niederlage den Glauben an das Team, wohingegen die Gewinner die gewettete Mannschaft anschließend nicht stärker oder schwächer beurteilten. Nach einem zufällig entschiedenen Spiel erhöhten Gewinner und Verlierer ihre Einsätze.
Um sich vor dem Rückschaufehler zu schützen, sollte man nicht nur verlorene Wetten hinterfragen. Beinahe-Erfolge oder Zufallstreffer, bei denen man mit der Analyse falsch lag, sollte man im Nachhinein immer gleich behandeln - so schwer es auch fällt.
 
Den beiden Varianten gehört die Zukunft. In Asien sind E-Sportler schon jetzt zum Teil bekannter als „herkömmliche“ Athleten. Und in den USA ziehen sich Statistik-Experten aus ihren bisherigen Berufen zurück, um mit ihrem analytischen Verständnis in Daily Fantasy Ligen das große Geld zu verdienen. Je früher Sie sich in beide Märkte einarbeiten, desto mehr Vorteil haben Sie auf dem noch dünnen deutschen Markt gegenüber den Bookies.

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