Wettstrategien

Kombiwette: Top oder Flop?

Kombiwette: Top oder Flop?
Kombiwette: Top oder Flop?

 

Viele Wetter träumen von dem großen Wurf, der großen Kombiwette, die den Besitzer des Tippscheins auf einen Schlag reich macht. Ist die Kombiwette der Weg zu langfristigem Erfolg, oder lassen wir uns von den Traumquoten des großen Wettscheins verführen?

Wie so oft beim Wetten hilft die Mathematik bei der Erklärung, ob Kombiwetten sinnvoll sind oder der nachhaltig erfolgreiche Spieler lieber auf die Einzelwette setzen sollte. Geht man von einer Über-/unter-Torewette mit gleicher Quotenverteilung aus, so hat man mathematisch eine Trefferchance von 50%. Kombiniert man drei solcher Wettereignisse, multipliziert man nicht nur die Quoten im Gewinnfall. Auch die Trefferwahrscheinlichkeit verhält sich exponentiell und fällt in diesem sehr einfachen Beispiel bereits auf 12,5%. Je mehr Spiele man kombiniert, desto geringer ist natürlich die Trefferwahrscheinlichkeit. Bei vier Dreiweg-Wetten mit etwa gleicher Quotenverteilung und einer Trefferwahrscheinlichkeit von 33% pro Ereignis ergibt sich eine Trefferwahrscheinlichkeit von knapp 1,2%.

Kombiwette: Marge vs. Realquote

In den meisten Fällen erhalten wir bei Zweiweg-Wetten mit gleicher Quotenverteilung Quoten von etwa 1,9 auf beide Seiten. Der Buchmacher kassiert bei einer Einzelwette also bereits 10%, da die Realquoten auf beiden Seiten ja 2,0 betragen. Diese Marge bezeichnet man auch als Buchmachervorteil. Kombiniert man mehrere Wetten, so sinkt nicht nur die Trefferwahrscheinlichkeit, sondern es erhöht sich auch der Buchmachervorteil. Kombinieren wir zwei Zweiweg-Wetten mit Quoten von 1,9, erhalten wir als Gesamtquote eine 3,61. In den Realquoten, ohne Buchmachervorteil, würde diese Kombination eine 4er-Quote ergeben.

Verführung Multiplikation

Ausgehend von einem Wettbudget von 100€ würde man mit der Kombiwette einen Reingewinn von 261€ erzielen. Multiplikation kann verlockend sein. Je 50€ auf die Einzelquoten brächten dagegen nur 90€ Gewinn. Selbst bei 100€ pro Einzelwette läge der Gewinn noch unter dem der Kombiwette. Wenn dann jedoch nur eine Wette trifft, platzt die Kombiwette, während der konservative Einzelwetter nur geringfügigen Verlust hat. Je mehr Spiele Sie auf dem Schein haben, desto mehr können Sie das Verlustrisiko minimieren, indem Sie Einzelwetten platzieren. Bei Quoten über 2,0 profitiert der Spieler von Einzelwetten schon bei einer Trefferquote von 50%. Trifft der Kombiwetter dagegen sensationelle 90% seiner Spiele, geht er möglicherweise dennoch leer aus. Ein weiterer Nachteil von Kombiwetten ist die Fixierung auf einen Buchmacher. Kann man bei Einzelwetten mehrere Buchmacher vergleichen und sich die besten Quoten schnappen, so ist man bei Kombiwetten an einen Anbieter gebunden und muss so möglicherweise auf einige Prozent Gewinnmarge verzichten. Davon abgesehen können einige Ereignisse nicht miteinander kombiniert werden, wie zum Beispiel zwei Varianten von Torwetten im gleichen Spiel.

Marathon, kein Sprint

Systemwetten wie drei-aus-vier oder ähnliche können ebenfalls das Verlustrisiko senken. Jedoch verliert der Systemwetter je nach Quotenlage möglicherweise auch bei drei Treffern noch Geld. Auch hier sticht die Risikominimierung bei Einzelwetten.

Fazit

Wer langfristig profitieren möchte, sollte sich auf Einzelwetten konzentrieren. Zwar sind die Quoten wesentlich geringer und man wird nicht mit dem großen Gewinn prahlen können. Doch nachhaltiger Erfolg basiert auf Risikominimierung und regelmäßigen Gewinnen. Wetten ist leider ein Marathon und kein Sprint.

 

 

 

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