Langzeitwette

Titelverteidigung etwa ausgeschlossen?
Titelverteidigung etwa ausgeschlossen?

 

Die Deutsche Handball-Nationalmannschaft ist wieder wer. Seitdem die „Bad Boys“ 2016 in Polen überraschend den Europameistertitel holten, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im gleichen Jahr noch Bronze gewannen, gehört das DHB-Team wieder zur Weltspitze.

Dort tummeln sich wie bisher nur europäische Teams, allen voran Weltmeister Frankreich sowie Dänemark, Spanien oder auch Kroatien. Diese vier Teams sind es auch, denen im Ranking um den Titel die besseren Chancen ausgerechnet werden. Deutschland dagegen ist im erweiterten Favoritenkreis zu finden, die Chancen auf eine Titelverteidigung gänzlich außen vor zu lassen wäre aber dennoch fahrlässig. Das Team von Trainer Christian Prokop ist bereit - ein breit aufgestellter Kader mit einigen Hochkarätern, ein Kollektiv das über die Identität der „Bad Boys“ bestimmt wird. Jeder hilft jedem, jeder wird aufgebaut, jeder unterstützt, jeder ist wichtig.
 
Starke Vorbereitung

Noch kurz vor dem Turnier konnte Deutschland zweimal gegen Island, ebenfalls EM-Teilnehmer und eine der stärkeren Nationen, testen. Beide Spiele gingen deutlich an Deutschland. Nach dem 36:29 am Freitag folgte am Sonntag ein klarer 30:21-Sieg. Ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz, die ab dem 12. Januar wartet. Deutschland spielt in Gruppe C und hat hier gute Chancen, den Gruppensieg einzufahren. Am Samstag (13.1, 17.15 Uhr live im ZDF) geht es zum Auftakt gegen Montenegro, weitere Gegner sind am Montag (15.1. um 18.15 Uhr in der ARD) Slowenien und am Mittwoch (17.1. um 18.15 Uhr in der ARD) Mazedonien. Gegen alle drei Osteuropäer stehen die Siegchancen sehr gut.

Was macht die Konkurrenz?

Deutschland hat wohlmöglich die einfachste der Gruppen bei der EM erwischt. Gastgeber Kroatien muss in Gruppe A gegen Island, Serbien und Schweden bestehen, könnte hier aber Gruppensieger werden. In Gruppe B wird der Sieg nur über Frankreich und Norwegen gehen, gerade die Skandinavier dürften etwas unter dem Radar laufen, obwohl sie in den letzten Jahren immer wieder bei der Elite anklopften, zuletzt im Test Dänemark besiegten. Österreich und Weißrussland werden hier das Nachsehen haben. In Gruppe D sind es die Hochkaräter Spanien und Dänemark, die schon in der Vorrunde aufeinander treffen und sich Gegenseitig Punkte für die Zwischenrunde wegnehmen. Tschechien und Ungarn werden nur im direkten Duell einen möglichen Sieg einfahren - der eher den Ungarn zuzutrauen wäre. Der Weg auf den europäischen Handball-Thron wird nur über die besagten Nationen gehen. Im Vorhinein mögliche Halbfinalisten auszumachen ist schwer, dennoch geben wir eine mutige Prognose. Die vier Teams werden Frankreich, Norwegen, Dänemark und Deutschland sein. Die hohe Quote auf eine Titelverteidigung der „Bad Boys“ ist dementsprechend durchaus lohnend, auch auf Norwegen könnte ein kleiner Einsatz entfallen. Gastgeber Kroatien wird weit vorne gesehen, mit den eigenen Fans im Rücken haben die Kroaten einen Vorteil - die nötige Klasse in den großen Turnieren fehlte aber zuletzt - der große Wurf gelang lange nicht mehr. Vier der letzten fünf Weltmeisterschaftstitel holte Frankreich, das daher auch klar auf 1 in der Titelträger-Wette gesetzt ist. Auch zwei der letzten vier Kontinentaltitel gingen nach Frankreich, dazwischen holte sich Dänemark die EM 2014. Und schließlich Titelverteidiger Deutschland, der aber bei der EM 2016 einige Schritte zurück lag und die Schlagdistanz zur Welt-Elite eigentlich nicht vorhanden war. Ein schönes Wort: „Eigentlich“. So kann es auch zur Titelverteidigung reichen.

 

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